Ortschaft

82px-Wappen_ObershagenOBERSHAGEN

 

Ursprünglich als selbstständige Gemeinde dem ehemaligen Landkreis Burgdorf angehörend, ist Obershagen heute ein Ortsteil der Gemeinde Uetze in der Region Hannover. Es liegt abseits der Bundesstraße 3 zwischen der Landeshauptstadt Hannover und der alten Herzogstadt Celle und hat zur Zeit ca. 900 Einwohner.

Die Gründung Obershagens wird um das Jahr 1180 herum vermutet. Als erstes belegtes Ereignis wird die Kirchweih von 1249 zu Ehren des Heiligen Nikolaus gewertet, von der Georg Beckenmeyer, der 1666 die Predigerstelle in Obershagen antrat, in seiner „Chronicon Obershagense“ berichtet.

Wahrzeichen des Ortes ist die uralte Kirchenglocke, die auch heute noch mit ihrem sauberen Klang erfreut. Experten zählen sie zu den ältesten im Lande und schätzen, dass sie gegen Ende des 13. Jahrhunderts gegossen wurde. Mit ihrem Relief aus zwei gekreuzten Schwertern und einem großen „O“ mit einer Krone aus drei Eichenblättern ziert sie das historische Ortswappen.

Hagenhufendörfer wie Obershagen sind planmäßige Siedlungsanlagen, die vornehmlich während des 13. Jahrhunderts entstanden sind. Auf einem leicht erhöhten Uferdamm zwischen Bach und Straße wurden in relativ gleichem Abstand die Höfe angelegt. Die Hagenhufe ist der Streifen Land, auf dem der Hof liegt. Zunächst wurden nur die Flächen westlich der Hauptstraße besiedelt. Die gegenüberliegende Straßenseite folgte ab dem 17. Jahrhundert. Die Ortschaft entwickelte sich in bandförmiger Struktur entlang der Hauptstraße und geht im Süden mittlerweile in die Ortschaft Hänigsen über.

Die besondere Siedlungsform des Hagenhufendorfes bestimmt auch heute noch in weiten Teilen die Struktur Obershagens. Obwohl die ursprüngliche Besiedlung zwischen Hauptstraße und altem Aueverlauf durch die beschriebenen Siedlungserweiterungen weiterentwickelt worden ist, so gibt dennoch gerade der bandartige Verlauf des historischen Siedlungsbereiches dem Ort sein ganz besonderes Erscheinungsbild.

Westlich der „Neuen“ Aue, die 1975/76 angelegt wurde, um der immerwiederkehrenden Hochwasser Herr zu werden, lässt sich der Verlauf der „Alten“ Aue noch sehr gut an den großen Eichen ablesen, die nun den westlichen Ortsrand markieren und Landschaft und Siedlung miteinander verzahnen. Zusammen mit ausgedehnten Wiesenflächen und den charakteristischen roten Ziegeldächern der landwirtschaftlichen Gebäude ergibt sich ein harmonisches Ortsbild, das vor allem den nördlichen Teil der Ortslage mit seiner historischen Struktur von Gebäuden, Freiflächen und Erschließung prägt.